MEIN JESUS BARMHERZIGKEIT
1. Kleiner Beichtkatechismus

 

1.    Was ist eine Versuchung?

Eine Versuchung ist ein Anreiz zur Sünde.

 

Die Versuchung ist wie ein Kuckucksei. Die kluge Vogelmutter sollte es besser nicht ausbrüten! - Wenn man bei der Versuchung verweilt und sie ‚ausbrütet‘, kommt daraus die Sünde.

 

2.    Was tut man bei Versuchungen?

Versuchungen jagt man schnell fort und bittet den lieben Gott um Hilfe.

 

Wenn ein Feuerfunke auf die Hand fällt, hält man ihn nicht fest, sonst brennt er eine Wunde. Man wirft ihn schnell von sich!

 

Wenn die Katze kommt, fliegt der Vogel nach oben. Dorthin kann die Katze nicht folgen. - In der Versuchung erheben wir unser Herz zu Gott.

Die Versuchung ist wie der Käse in der Mausefalle


 
 

3.    Wann wird eine Versuchung gefährlich?

Eine Versuchung wird dann gefährlich, wenn man nicht richtig entschlossen ist, ob man das Gute will oder das Böse.

4.    Woher wissen wir, was gut und was böse ist

 

Was gut und was böse ist, sagt uns die Stimme des Gewissens.

 

Um den Hafen zu finden, gebraucht der Seemann einen Kompass. Ein eingerosteter Kompass taugt zu nichts. - Ein gutes und gerades Gewissen hilft uns, sicher den Weg in den Himmel zu finden.

 

5.    Was muss man tun, damit das Gewissen gut funktioniert?

Damit das Gewissen gut funktioniert, muss man es bilden.

 

Dazu ist es notwendig, die Gebote Gottes und den Katechismus zu kennen und regelmäßig sein Gewissen zu erforschen.



Leben in der Gnade

 

6.    Wie lauten die zehn Gebote Gottes?

Ich bin der Herr, dein Gott.

1)    Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.

2)    Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren.

3)    Du sollst den Sonntag heiligen.

4)    Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass es dir wohl ergehe und du lange lebst auf Erden.

5)    Du sollst nicht töten.

6)    Du sollst nicht Unkeuschheit treiben.

7)    Du sollst nicht stehlen.

8)    Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten.

9)    Du sollst nicht Unkeusches begehren.

10)  Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut.

 

Wenn ein Wanderer ans Ziel gelangen will, muss er den Wegweisern folgen. - Die zehn Gebote Gottes sind wie Wegweiser, die Gott selbst aufgestellt hat. Er hat sie uns gegeben, um unseren Gehorsam zu prüfen und uns den rechten Weg zu zeigen.

Leichte Sünde

 

7.    Welche Arten von Sünden gibt es?

Es gibt zwei Arten von Sünden:

1)    Die kleinen Sünden heißen auch lässliche Sünden oder Wundsünden.

2)    Die großen Sünden heißen auch schwere Sünden oder Todsünden.

 

8.    Wer begeht eine Sünde?

Eine Sünde begeht, wer mit Wissen und Willen ein Gebot Gottes übertritt.

 

9.    Wer begeht eine schwere Sünde?

Eine schwere Sünde begeht, wer mit Wissen und Willen ein Gebot Gottes in einer wichtigen Sache übertritt.

 

10. Was verliert man durch die schwere Sünde?

Durch die schwere Sünde verliert man die heiligmachende Gnade.

 

Man ist kein Kind Gottes mehr. Wer ohne Reue mit einer schweren Sünde stirbt, kommt in die Hölle.

Todsünde

Wer sündigt, ist wie einer, der ein Goldstück fortwirft und dafür eine Hand voll Schmutz nimmt.

 

Er ist wie einer, der von der Quelle weggeht und statt dessen aus einer Pfütze trinkt.

 

11. Wer allein kann Sünden vergeben?

Nur Gott kann die Sünden wegnehmen, weil nur er allein die Seele heilen kann.

 

Jesus sagt: „Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben für die Schafe. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen.“ (Joh 10)

 

12. Warum sagen wir: Gott ist barmherzig?

Wir sagen: Gott ist barmherzig, weil er jedem reumütigen Sünder gern verzeiht.

 

Keine Sünde ist so groß, dass Gott sie nicht verzeihen würde, wenn man sie nur ehrlich bereut.

 

13. Wie gibt uns Gott seine Gnade?

Gott gibt uns seine Gnade, wenn wir beten und vor allem durch die sieben Sakramente.

 

Das Wort Sakrament bedeutet etwas Heiliges.

 

14. Welches sind die Sakramente?

Jesus hat sieben Sakramente eingesetzt:

1)    Taufe

2)    Firmung

3)    Eucharistie           [das allerheiligste Sakrament des Altares]

4)    Buße                     [heilige Beichte]

5)    Krankensalbung

6)    Weihe                   [Diakonats-, Priester-, Bischofsweihe]

7)    Ehe

 

Die sieben Sakramente sind wie sieben Quellen. Aus ihnen fließt das Wasser des Heiles!

 

15. Warum gehen wir zur heiligen Beichte?

Wir gehen zur heiligen Beichte, weil Jesus uns gerade durch die Beichte die Sünden nachlassen und uns viele Gnaden schenken will.

 

16. Wem hat Jesus die Vollmacht gegeben, Sünden nachzulassen?

Jesus hat die Vollmacht Sünden nachzulassen den Aposteln und ihren Nachfolgern gegeben.

 

17. Wie hat Jesus die heilige Beichte eingesetzt?

Am Osterabend trat Jesus in die Mitte seiner Apostel, hauchte sie an und sprach: „Empfangt den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden nachlasst, denen sind sie nachgelassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.“ (Joh 20,22)

 

Die Beichte ist das Ostergeschenk des auferstandenen Herrn!

 

18. Wer hat heute die Vollmacht, im Namen Jesu  Sünden nachzulassen?

Die Vollmacht, im Namen Jesu Sünden nachzulassen, haben die Bischöfe und die Priester.

 

19. Was ist das Wichtigste bei der Beichte?

Das Wichtigste bei der Beichte ist, dass man die Sünden wirklich bereut.

 

Gott kann die Sünden nur dann wegnehmen, wenn sie uns von Herzen leid tun.

 

20. Was denkst du, wenn du Reue hast?

Wenn ich Reue habe, dann denke ich:

•     Lieber Gott, die Sünden tun mir leid!

•     Hätte ich doch die Sünden nicht getan!

•     Ich will die Sünden nicht mehr tun!

 

21. Welche Arten von Reue gibt es?

Es gibt drei Arten von Reue:

1)    Die goldene Reue heißt auch vollkommene Reue oder Liebesreue.

2)    Die silberne Reue heißt auch unvollkommene Reue oder Furchtreue.

3)    Die Strohreue heißt auch eitle Reue.

 

22. Woran denkst du, wenn du goldene Reue hast?

Wenn ich goldene Reue habe, denke ich an die Liebe Gottes. Die Sünden tun mir leid, weil ich Gott lieb habe.

 

Ein Kind hat gelogen und sieht dann, wie die Mutter darüber sehr traurig ist. Jetzt bereut es, weil es die Mutter lieb hat.

 

23. Wann soll man eine vollkommene Reue erwecken?

Eine vollkommene Reue soll man erwecken, sobald einem die Sünde bewusst wird. Vor allem in Todesgefahr kann sie die letzte Rettung sein, denn in ihr ist die Kraft, alle Sünden zu tilgen.

 

Sie ist die beste Form der Reue.

 

24. Woran denkst du, wenn du silberne Reue hast?

Wenn ich silberne Reue habe, denke ich an die göttliche Gerechtigkeit. Die Sünden tun mir leid, weil ich eine Strafe dafür verdient habe.

 

Gott ist gerecht: Er belohnt alles Gute, aber er bestraft auch alles Böse.

 

Die Furchtreue reicht aus zum Beichten.

 

 

„Ich will mich aufmachen

und zu meinem Vater gehen.”

(Lk 15,18)

 

 

25. Was ist eine Strohreue?

 

Bei Strohreue tun einem die Sünden nur deshalb leid, weil man sich vor den Menschen schämt. An die Liebe Gottes und an seine Gerechtigkeit aber denkt man nicht und will sich auch nicht bessern.

 

Die Strohreue hat keinen Wert. Sie nützt nichts für die Beichte.

 

26. Was gehört zur Vorbereitung auf eine gute Beichte?

Zur Vorbereitung auf eine gute Beichte gehören sechs Dinge:

1)    Beten         Ich bete zum Heiligen Geist, dass er mir hilft, mich selber zu erkennen und gut zu beichten. Ich bitte den lieben Gott, dass er mir meine Sünden zeigt.

2)    Besinnen    Ich denke darüber nach, welche Sünden ich getan habe, damit ich sie in der Beichte sagen kann. Dazu benutze ich den Beichtspiegel.  

3)    Bereuen     Ich erwecke in mir eine Reue und sage dem lieben Gott, dass meine Sünden mir von Herzen leid tun.

4)    Bessern      Ich überlege mir einen guten Vorsatz.

5)    Bekennen   Ich sage in der heiligen Beichte ganz aufrichtig meine Sünden und achte gut darauf, was der Beichtvater mir sagt.

6)    Büßen        Ich verrichte die Buße, die mir der Priester aufgetragen hat.

 

27. Welche Sünden muss man beichten?

Man muss alle schweren Sünden beichten. Die lässlichen Sünden muss man nicht beichten, aber es ist gut, wenn man sie trotzdem sagt.

 

Kleine Wunden kann man zwar selber heilen, aber manchmal ist es doch gut, auch sie dem Arzt zu zeigen.

 

Wenn die Kleider staubig sind, kann man sie zwar ausbürsten, aber manchmal ist es doch gut, wenn man sie richtig wäscht.

 

28. Wie muss man die schweren Sünden sagen?

Die schweren Sünden muss man sagen nach Art und Zahl.

 

•     Art:       Man muss alle wichtigen Umstände sagen, damit der Beichtvater die Sünde genau erkennen kann.

•     Zahl:     So gut man kann, muss man sagen, wie oft man die Sünde getan hat.

 

29. Wann ist eine Beichte ungültig?

Eine Beichte ist ungültig,

1)    wenn man keine echte Reue hat,

2)    oder wenn man absichtlich eine schwere Sünde verschweigt oder sie bewusst so undeutlich sagt, dass der Priester sie nicht verstehen kann.

 

Wenn eine Tür mit vielen Schlössern verschlossen ist, muss man alle Schlösser öffnen. Wenn man auch nur ein einziges Schloss nicht öffnet, geht die Tür nicht auf.

 

Wer aus falscher Scham eine schwere Sünde verschweigt, betrügt sich selbst und lädt eine schwere Last auf seine Seele.
 

30. Warum soll man sich niemals schämen, aufrichtig und gut zu beichten?

Man soll sich niemals schämen, aufrichtig und gut zu beichten, weil der Beichtvater nicht das Geringste aus der Beichte aussagen darf.

 

Was man in der Beichte sagt, gehört ganz allein dem lieben Gott. Der Beichtvater ist verpflichtet, eher den Martertod auf sich zu nehmen, als das Geringste aus der Beichte auszusagen. Aber nicht nur der Beichtvater, sondern jeder, der etwas aus der Beichte eines anderen weiß, muss darüber strengstes Stillschweigen bewahren.

 

Man soll sich niemals schämen zu beichten. Vielmehr sollte man sich schämen zu sündigen.

 

31. Was müsste man tun, wenn man eine schwere Sünde absichtlich ausgelassen hätte?

Wenn man eine schwere Sünde absichtlich ausgelassen hätte,

1)    müsste man diese beichten und zugleich sagen, wie oft man sie absichtlich ausgelassen hat.

2)    Auch müsste man alle schweren Sünden seit der letzten gültigen Beichte nochmals bekennen.

 

32. Was muss man tun, wenn man unabsichtlich eine schwere Sünde vergessen hat?

Wer eine schwere Sünde unabsichtlich vergessen hat, muss diese Sünde in der nächsten Beichte bekennen. Die Beichte war aber trotzdem gültig.

 

Der Heiland freut sich, wenn er uns in der Beichte seine Gnade schenken darf.

 

33. Was gehört zu einem guten Vorsatz?

Zu einem guten Vorsatz gehört, dass ich dem lieben Gott verspreche, mich zu bessern.

•     Ich will die Sünden nicht mehr tun!

•     Ich will auch die Gelegenheit zur Sünde meiden!

•     Falls ich jemandem einen Schaden zugefügt habe, will ich ihn wieder gutmachen!

 

Die Gelegenheit zur Sünde ist das, was uns zur Sünde verleitet, z. B. eine Person, ein Ort, ein Bild, ein Buch, ein Spiel, ein Film, eine Internetseite ...

 

Wer eine Fensterscheibe zerstört hat, muss sich nicht nur entschuldigen, sondern den Schaden auch wieder gutmachen.

 

 

Wer die böse Gelegenheit zur Sünde sucht, ist wie jemand, der ins Meer springt, obwohl er weiß, dass Haifische lauern.

 

Man putzt nicht die Stiefel, solange man auf schmutzigen Wegen gehen will.

 

34. Was schenkt dir Gott in der heiligen Beichte?

In der heiligen Beichte

1)    befreit mich Gott von meinen Sünden.

2)    Er vermehrt in mir die heiligmachende Gnade

3)    und schenkt mir helfende Gnaden.

 

35. Was bewirken die helfenden Gnaden?

Die helfenden Gnaden stärken mich, um leichter das Böse zu meiden und das Gute zu tun. Sie geben mir Kraft in der Versuchung.

 

36. Wofür dankst du nach der heiligen Beichte dem lieben Gott?

Nach der heiligen Beichte danke ich dem lieben Gott, dass er mir meine Sünden vergeben hat.

 

37. Worum bittest du den lieben Gott?

Ich bitte den lieben Gott, dass er mir Kraft gibt zum Guten, um meinen Vorsatz gut zu halten und mit seiner Gnade mein ganzes Leben lang treu zu sein.

 


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