MEIN JESUS BARMHERZIGKEIT
Einleitung

 

Liebe Kinder!

 

Stellt euch einmal vor, es gäbe keine Ärzte. Wo sollten wir dann hingehen, wenn wir krank sind? Stellt euch vor, wir müssten so lange Zahnweh haben, bis der kranke Zahn ausgefallen ist. Das wäre nicht gut! Ein kranker Mensch fühlt sich gar nicht wohl und er ist froh, dass es Ärzte gibt, die ihm helfen können.

 

Aber nicht nur der Leib kann krank werden, sondern auch die Seele. Könnt ihr euch wohl denken, woran eine Seele erkranken kann? Die Krankheit, die ich meine, heißt Sünde.

 

Freilich sind nicht alle Sünden gleich groß, wie es auch schwere Krankheiten und leichte Krankheiten gibt. Wir sollen aber bedenken: Manche leichten Krankheiten sind auch gefährlich, denn viele schwere Krankheiten waren zuerst leichte Krankheiten. Am Anfang hat man sie vielleicht gar nicht bemerkt oder für harmlos gehalten. Erst später sind sie schlimm geworden. Wer eine Krankheit gleich am Anfang erkennt, kann sie viel besser heilen!

Auch die kleinen Sünden machen die Seele krank, und wer in der Sünde lebt, kann gar nicht mehr richtig froh sein. Kennt ihr die Geschichte von Kain und Abel? Gott selbst hat den Kain gefragt: „Warum ist dein Angesicht so finster? Wenn du gut bist, dann bist du froh und kannst dich frei erheben. Bist du aber nicht gut, dann lauert die Sünde vor der Tür.“ (Gen 4,6)

   
Wie schön ist eine Seele, wie froh und frei, wenn sie sich bemüht, ganz gut zu sein!

 

Die Sünde macht nicht nur die Seele krank, sie ist auch gefährlich. Jesus hat einmal gesagt: „Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber Schaden leidet an seiner Seele?“
(Mk 8,36)
Ein Mensch, der die Sünde lieb hat, ist in großer Gefahr, ewig verloren zu gehen. Wir aber wollen nicht nur auf der Erde froh und glücklich sein, sondern auch später im Himmel!

 

Deshalb prüfen wir uns gut. Wir wollen uns bemühen zu erkennen, wo unsere Seele krank ist. Und dann? Können wir dann auch zu einem Arzt gehen und ihn bitten, unsere Seele zu heilen? Jawohl! Jesus selbst hat gesagt, dass er der Arzt sein möchte für unsere Seelen (Mk 2,17). Und wie Jesus auf Erden den Sündern ihre Sünden vergeben hat, so hat er auch den Aposteln die Vollmacht gegeben, in seinem Namen Sünden nachzulassen und Seelen zu heilen: „Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden nachlasst, dem sind sie nachgelassen.“ (Joh 20,22)

 

Versteht ihr, was ich euch sagen will? Es ist gut, dass es Ärzte gibt für den Leib, und es ist auch gut, dass es Ärzte gibt für die Seele. Wie sollen wir dankbar sein, dass der Herr Jesus uns die heilige Beichte geschenkt hat! Wir sollen gerne immer wieder zu ihm gehen, damit er uns durch die Hand der Priester die Sünden wegnimmt; nicht nur die großen, sondern auch die kleinen. Habt ihr auch schon erlebt, wie froh man nach einer guten Beichte ist?

   
Und noch etwas: Durch die heilige Beichte werden ja nicht nur die Sünden weggenommen, wird nicht nur die Seele geheilt. Wir bekommen auch neue Kraft zum Guten. Und wer wollte behaupten, dass wir diese Kraft nicht immer wieder nötig haben?


Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir,
was mich hindert zu Dir!
Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir,
was mich fördert zu Dir!
Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen Dir!
Amen.

Gebet des hl. Bruder Klaus
 

Es ist so gut, dass es die Beichte gibt!

 

Mein Wunsch ist es, dass dieses Beichtbüchlein euch hilft. Ihr sollt damit lernen, euch selbst immer besser kennen zu lernen, gut zu beichten und aus der heiligen Beichte alle Kraft zu schöpfen, die ihr braucht, um eure Seelen gesund zu bewahren.

 

Möge die Liebe zum Heiland in euch lebendig sein und euer Licht leuchten vor den Menschen. Sie sollen euer gutes Wirken sehen und durch euch lernen, den Vater zu preisen, der im Himmel ist!

 

Euer

Pater Martin Ramm FSSP


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